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noviembre de 2008

Euch einen schönen 1. Advent ;-)


Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
Häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.

Und dort vom Fenster her durchbricht
Den dunklen Tann ein warmes Licht.
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
Die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
Hat sie den Förster umgebracht.

Er war ihr bei des Heimes Pflege
Seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muß es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh',
Das Häslein tat die Augen zu,
Erlegte sie - direkt von vorn
Den Gatten über Kimm und Korn.

Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
Zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase
Und ruhet weiter süß im Dunkeln,
Derweil die Sternlein traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen
Da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
Den Gatten sauber zu zerteilen.

Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
Nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
(was der Gemahl bisher vermied) -

Behält ein Teil Filet zurück
Als festtägliches Bratenstück
Und packt zum Schluß, es geht auf vier
Die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von fern wie Silberschellen,
Im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
Im Schnee noch seine Runde macht?

Knecht Ruprecht kommt mit gold'nem Schlitten
Auf einem Hirsch herangeritten!
„He, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
Die armen Menschen Freude machen?"

Des Försters Haus ist tief verschneit,
Doch seine Frau steht schon bereit:
"Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
's ist alles, was ich geben kann."

Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
Ein Sternlein blinkt - es ist Advent.

(Loriot)
 
loriot-knolle1
 
Stern Meine Lieben Spacefreunde Stern
 
Von Herzen wünsche ich Euch einen wundervollen ersten Advent mit besinnlichen und ruhigen Stunden.
Seit mir bitte nicht unhold, daß ich in den letzten Wochen hier kaum zu finden bin.
Mir fehlt schlicht und einfach die Zeit und Muse...
 
Nun möchte ich mich bei Euch noch ganz ganz Herz`lich für die treuen und lieben Gästebucheinträge & Kommentare bedanken *Merci* 
Und will zusehen... daß auch ihr wieder ein paar persönliche Zeilen von mir erhaltet.
 
Laßt Euch alle lieb und fest von mir drücken
Ich denke an Euch
Regenbogen
 
Eure Kerstin PranksterWitch ;-)
 
noviembre de 2008

Vom Schlafenden Apfel

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Im Baum, im grünen Bettchen,
Hoch oben sich ein Apfel wiegt,
Der hat so rote Bäckchen,
Man sieht, daß er im Schlafe liegt.

Ein Kind steht unterm Baume,
Das schaut und schaut und ruft hinauf:
"Ach, Apfel, komm herunter!
Hör endlich doch mit Schlafen auf!"

Es hat ihn so gebeten,-
Glaubt ihr, er wäre aufgewacht?
Er rührt sich nicht im Bette,
Sieht aus, als ob im Schlaf er lacht.

Da kommt die liebe Sonne
Am Himmel hoch daherspaziert.
"Ach Sonne, liebe Sonne,
Mach du, daß sich der Apfel rührt!"

Die Sonne spricht: "Warum nicht?"
Und wirft ihm Strahlen ins Gesicht,
Küßt ihn dazu so freundlich;
Der Apfel aber rührt sich nicht.

Nun schau! Da kommt ein Vogel
Und setzt sich auf den Baum hinauf.
"Ei, Vogel, du mußt singen,
Gewiß, gewiß, das weckt ihn auf!"

Der Vogel wetzt den Schnabel
Und singt ein Lied so wundernett.
Und singt aus voller Kehle;
Der Apfel rührt sich nicht im Bett.

Und wer kam nun gegangen?
Es war der Wind, den kenn ich schon,
Der küßt nicht und der singt nicht,
Der pfeift aus einem andern Ton.

Er stemmt in beide Seiten
Die Arme, bläst die Backen auf
Und bläst und bläst; und richtig,
Der Apfel wacht erschrocken auf.

Und springt vom Baum herunter
Grad in die Schürze von dem Kind;
Das hebt ihn auf und freut sich
Und ruft: "Ich danke schön, Herr Wind!"





(Robert Reinick )